Philosophievortrag für Oberstufenschüler

Ausflug zum Vortrag von Prof. John Searl „What is Perception?“ an der Ruhr-Universität Bochum

„I may have a hallucination, but I don’t have!“

Dass Prof. John Searl wirklich jenseits aller Halluzination oder vermeintlicher Träume steht, ist mehr als erkennbar. Im Gegenteil: Wach, witzig und hoch aufmerksam steht der Denker im Hörsaal, ein verschmitztes Lächeln auf den Lippen, und räumt mit den Irrtümern der Philosophie auf, zu dem seiner Meinung nach auch das Illusionsargument gehört, das von der Möglichkeit der Wahrnehmungstäuschung auf eine skeptische Haltung gegenüber der Wirklichkeit schließt. Durch die Systematisierung geistiger Prozesse, Erläuterung mit Hilfe von Alltagsbeispielen, einer unterhaltsamen Portion Humor und dem wiederholten Hinweis auf „bad fallacies“ in der Philosophiegeschichte räumt er die Verwirrungen beiseite.

So fällt es auch der kleinen Gruppe von Philosophieschülern nicht schwer zu folgen, obwohl der 90-minütige Vortrag auf Englisch ist. Auch deshalb, weil Searl sich auf sein deutsches Publikum einstellt: „I follow an advice of the American tourists: If you want to be understood in a different country, speak loud and clearly!“

Begleitet wurden sie in einer Eins-zu-eins-Betreuung von Lehrern. Neben Frau Jablonka, die den Ausflug an die Ruhr Universität ins Leben rief, waren auch Frau Forster, Frau Kubig, Herr Rottes und Herr Wernze mitgekommen, um die Berühmtheit der Geisteswissenschaft live zu sehen. Denn wer Geistes- oder Sprachwissenschaften, Soziologie oder Philosophie studiert, der begegnet dem amerikanischen Vater der Sprechakttheorie und Theorie der Intentionalität mit Sicherheit.
Auf der Rückfahrt wurde fröhlich weiterdiskutiert: Sieht jeder das gleiche Rot? Lässt sich die Subjektschranke überwinden? Gibt es künstliche Intelligenz? Wie kann man heute an politischen und wirtschaftlichen Missständen in Deutschland überhaupt etwas ändern? Welches Computerspiel sollte man sich in nächster Zeit anschaffen?

So kann man behaupten, dass dies ein gelungener Ausflug war – frei von Halluzinationen.

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