Ein Frühstück der Kulturen

Am Donnerstag, den 2.Juni 2016, gestaltete die Klasse 9a ein Frühstück der Kulturen. Dieses fand von der 3. bis zur 6. Stunde in der Scheune (Raum 259) statt. Zunächst versammelten sich alle Schüler und mussten sich, ohne zu reden, nach Alter in Gruppen einteilen. Dies diente dazu, sich in die Lage der Neuankömmlinge des DaZ-Unterrichtes (Deutsch als Zweitsprache) versetzen zu können. Da im DaZ-Unterricht zum Teil jeder Schüler eine andere Sprache spricht, ist es sehr schwer, sich gegenseitig zu verstehen. Auch diente dies als Vorlage für Frau Ohrndorf-Graus Vortrag. Sie stellte der 9a den DaZ-Unterricht vor und beantwortete die selbstgestellte Frage „Was bedeutet das für die DaZ Schüler, in einem fremden Land eine andere Sprache, vielleicht sogar eine andere Schrift zu lernen?“. Sie erzählte, wie der Unterricht abläuft und dass die Schüler in drei Gruppen eingeteilt sind: Die Anfänger, die Mittleren und die Fortgeschrittenen. Anschließend hielt Herr Körner, ein Sozialarbeiter der „WG-Hengsbach“ für minderjährige Flüchtlinge ohne Begleitung, einen Vortrag. Schüler Alaa der 9a assistierte seinem Betreuer. Herr Körner informierte über Zahlen von Flüchtlingen aus 2015 und 2016 und die Ursachen und Gründe der Flucht. Auch beschrieb und erläuterte er die Reisewege und Strapazen der Flüchtlinge von Syrien nach Europa und Deutschland. Dann zeigte Alaa seinen Reiseweg von Syrien nach Deutschland und stellte seine Unterbringung vor. Danach waren beide offen für viele Fragen und beantworteten sie. Sie vermittelten ein Bild von den Menschen hinter den Zahlen und Begriffskategorien wie „Minderjähriger Flüchtling ohne Begleitung“ und von der Menschlichkeit, die notwendig ist, um gerade Jugendlichen mit schlechten bis traumatischen Erfahrungen Sicherheit und Stabilität zu geben. Nach den beiden Vorträgen eröffnete die Klasse ihr gemeinsames Essen. Jeder hatte zu seinem Gericht einen Steckbrief gestaltet, worauf der Name des Gerichtes stand, welche Zutaten darin enthalten waren, welcher Kultur es angehört und welche familiären Hintergründe es zu diesem Gericht gibt. Das Essen war so vielfältig wie die Schüler der Klasse, zudem appetitlich und reichte vom „Siegerländer Krüstchen“ über „Barszcz“ bis zu „Baklava“. Anschließend hielt Frau Beitler einen Erlebnisbericht über ihre Hilfsarbeit im Oktober 2015 in Zakany, Ungarn, wo sie zusammen mit Frau Müller und anderen Helfern versuchte, die Flüchtlinge in den Zügen mit dem Notwendigsten zu versorgen. Pro Zug hatten eine Hand voll Helfer 5 bis 15 Minuten Zeit, Wasserflaschen, Müsliriegel, ggf. Windeln und ein freundliches Wort durch die Fenster zu reichen. Alles habe zuvor per Hand vorgepackt und zu Fuß zum Bahnsteig transportiert werden müssen. Sie beschrieb ihre Eindrücke und Emotionen, traurige und glückliche Momente. Ein besonderer Augenblick sei für sie gewesen, wie sie helfen konnte, ein Baby, das von seiner Mutter während der Reise getrennt worden war, mit dieser wieder zusammenzubringen.
Im Großen und Ganzen war es ein schöner und eindrucksvoller Vormittag und wir bedanken uns bei Herrn Körner für sein Kommen und seinen Vortrag mit Alaa und bei Frau Ohrndorf-Grau und Frau Beitler für ihre informativen und tollen Beiträge und natürlich bei Frau Jablonka und Herrn Brügelmann, die alles organisiert haben.

 

Dilek Birinci, 9a

Foto: Nicolas Bittner

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